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Freitag, 24. April 2009

The "soprano model" came - and was even better than expected

Das «Sopranmodel» kam – und war noch besser als erwartet

Die Diva kann singen! Anna Netrebko gab am Dienstag mit der «Traviata» ihr wunderbares Zürcher Operndebüt.


In den vergangenen Tagen stieg die Temperatur um das Zürcher Opernhaus herum sprungartig an. In den CD-Geschäften fiel immer öfter ihr Name, durch die Medienlandschaft ging ein Raunen, die NZZ zählte die Nächte. Und dann war sie da: Anna Netrebko, Opernstar, «Sopranmodel» oder ganz einfach, die zurzeit bekannteste klassische Sängerin der Welt. Sie war da, und sie war ein wenig anders als erwartet. Gegeben wurde Giuseppe Verdis «Traviata» in der laufenden Inszenierung von Jürgen Flimm mit dem Orchester der Oper (Leitung Marco Armiliato) und dem Gesangsensemble des Hauses. Und dass Anna Netrebko an diesem Abend wohl die einzige Person im gesamten Opernhaus war, der es mehr um die Traviata ging als um die Netrebko, dafür schloss man sie bereits ins Herz.

Die melodramatisch-anrührende Geschichte der Kurtisane Violetta beginnt im glamourösen Paris. Jung ist Violetta, schön und schwindsüchtig. In der ihr verbleibenden Zeit will sie sämtliche Genüsse des Lebens auskosten. Am liebsten tut sie das in ihrem Salon, wo soupiert, getanzt und angebandelt wird und wo sie schillernder Mittelpunkt des Geschehens ist. Eine ideale Kulisse – so denkt man – für den gross inszenierten Auftritt einer jeglichen Operndiva. Auf Récamieren hingegossen, könnte man da singen, wohlgeformt Körperteile in extravaganten Kostümen spazieren führen und sämtliche Allüren in einer einzigen Szene unterbringen.
Doch nichts dergleichen geschah. Anna Netrebkos Violetta ist nachdenklich, beinahe verletzlich schon. Zwar steht sie mitten im Geschehen, aber im Grund genommen noch viel mehr daneben. Und wenn sie trotzdem mal mitsamt dem koketten Blick gleich auch noch das Champagnerglas über die Schulter wirft, so ist das mehr kompensierend exaltierte Geste als überhitzte Ausgelassenheit.

Violettas liebliche Schönheit

Die Sängerin überraschte auch musikalisch. Unerwartet innig bis fragil klangen ihre Phrasen – wohl ganz im Sinne Verdis, dem es darum zu tun war, in seiner Musik statt grossartiger Aktion die seelische Innenwelt der Figuren darzustellen. Was die akustische Nachahmung der Krankheitssymptome anging (die sich der Komponist ausdrücklich verbeten hat), zeigte sich Netrebko ebenfalls undivenhaft stilsicher. Nie liess sie bühnenwirksam naturalistische Huster oder gar ein Röcheln hören.

Und: Anna Netrebko kann singen. Und wie! Von verblüffender Akkuratesse ist ihre Technik, und ihre Stimme behielt stets die ihr eigene, samtene Qualität, ob in den höchsten Tönen oder dem tiefsten Register. Das warme Timbre sowie geschmackvoll eingesetzte Portamenti verliehen den Gesangslinien liebliche Schönheit. Alles andere als eine singende Urgewalt bot sich dem Publikum, und geschmettert wurde erst recht nicht. Ausser ein bisschen vom jugendlich-ungestümen Alfredo, der in unsterblicher Liebe zu Violetta entflammt. Aber Piotr Beczala tat dies mit so unschuldigem Charme, dass man es ihm schlicht nicht übelnehmen mochte.

Alfredos Zuneigung

Alfredo vermag mit seiner aufrichtigen Liebe Violettas Herz zu erobern. Zum ersten Mal wird sie nicht bloss begehrt, sondern erfährt wahre Zuneigung. In trauter Zweisamkeit verbringen die beiden Liebenden den Sommer auf dem Land. Dass dieses Idyll jedoch nicht von Dauer sein kann, gehört zur Grundlage jeder Operndramaturgie. Und schon taucht Alfredos Vater auf und drängt Violetta, seinen Sohn zu verlassen. Lenke sie nicht ein, würde dieser mitsamt seiner Schwester aus der Gesellschaft ausgestossen. Wie Anna Netrebko da im Duett ihre Einsätze mit grösster Behutsamkeit in den Part des Vater Germont (Juan Pons) einflocht, zeigte vollends, dass sie sich keineswegs als solitäres Goldkehlchen, sondern viel mehr als kammermusikalisch sensible Sängerin verstanden haben will.

Annas Mut

Violetta setzt schliesslich alles aufs Spiel: Für die wahre Liebe will sie auf ihr persönliches Wohl verzichten und hofft, dass ihr Opfer einst seine gerechte Belohnung finde. Und auch Anna Netrebko sang ohne Sicherheitsnetz: Statt die musikalische Gestaltung auf der sicheren Seite zu behalten, riskierte sie vom leisesten Pianissimo bis zu halsbrecherisch heiklen Einsätzen alles und nahm durchaus in Kauf, dass sie sich damit auch Blössen gab.

Für Violetta zahlt sich der Mut nicht aus. Der Schmerz verschlimmert ihre Krankheit. Zu spät lenken Alfredo und sein Vater ein, und so stirbt sie in den Armen des Geliebten. Anders bei Anna Netrebko: Durch ihren Mut gelang ihr eine Interpretation, deren persönliche Färbung weit über die sogenannte Authentizität bunt bebilderter Homestorys und Exklusiv-Interviews hinauswies. Die Sängerin bot damit überraschenderweise kein Hochglanz-Grossereignis, aber musikalisch ein grosses Ereignis.

Donnerstag, 23. April 2009

Another review

Entdeckung einer Künstlerin

Anna Netrebko in Verdis «Traviata» am Zürcher Opernhaus

Erwartet worden war ein Star, gekommen ist eine Künstlerin. Wie anders hat sich die gefeierte russische Sopranistin Anna Netrebko bei ihrem Début im Opernhaus präsentiert als bei ihrem ersten Zürcher Auftritt vor dreieinhalb Jahren im Hallenstadion! Damals die riesigen Plakatwände und flächendeckenden Medienauftritte zusammen mit dem Tenor Rolando Villazón, jetzt der der Name Netrebko ohne jede Hervorhebung in Spielplan und Wocheninserat des Opernhauses. Hätte sich in der ersten der drei Vorstellungen nicht die Sponsorfirma aus der Uhren- und Schmuckbranche unübersehbar in Szene gesetzt, wäre es fast ein ganz normaler Abend gewesen – bis Anna Netrebko als Kurtisane Violetta Valéry auf der bugartigen Plattform hoch über der Festgesellschaft im Pariser Salon die Bühne betrat.

Schon als sie noch mit dem Rücken zum Publikum stand, war ihre körperliche Präsenz mit Händen zu greifen. Dabei passte sich Anna Netrebko durchaus der stilisierten, sachlich kühlen Inszenierung Jürgen Flimms an (umso naturalistischer klangen die Hustenanfälle der Schwindsüchtigen). Die Kostüme wurden zwar für sie neu angefertigt und modifiziert, doch sie sind diskret, ja schlicht geblieben. Tatsächlich hat es die Sängerin nicht nötig, Bein und Busen zu zeigen, und wer glaubte, sie verdanke ihre kometenhafte Karriere wesentlich ihrem schönen Körper, der wurde gerade bei diesem Zürcher Gastspiel eines Besseren belehrt. Natürlich trägt die gespannte Ausdruckskraft, die sie jeder Geste, jeder Bewegung verleiht, viel zur Faszination ihrer Traviata-Interpretation bei. Doch in erster Linie ist diese Künstlerin – so, wie sie hier in Verdis Oper auftrat – ein Stimmphänomen. Dabei gründet ihr Ausnahmerang heute vielleicht weniger auf dem Timbre ihres Soprans, so sinnlich und reizvoll dieses dank seiner natürlichen dunklen Färbung klingt, als vielmehr auf dem aufs Äusserste verfeinerten, doch nie manieriert wirkenden Umgang mit den vokalen Mitteln.

Wie sie dem Klang Resonanz verschafft, den Ton fokussiert, auf dass er auch im Piano trägt, vor allem aber wie sie die Kunst des Crescendos und Decrescendos einsetzt, das zeugt von wahrhafter, reifer künstlerischer Meisterschaft. Und sie beschränkt sich nicht auf die virtuose Wiedergabe von Phrasen oder Arien, sondern gestaltet stets das Ganze einer Szene, eines Aktes, nein: der Figur in allen Facetten von Liebesglück, Verzicht, Krankheit, Verlassenheit und utopischer Hoffnung im Tod. Am eindrücklichsten konnte man das im zweiten Akt erleben, bei der Konfrontation mit Alfredos Vater und der verzweifelten Flucht zurück in die Pariser Halbwelt. Ein Jammer, dass Juan Pons hier mit seinem in der Höhe belegt klingenden Bariton und seiner statischen Darstellung Netrebko kein künstlerisches Gegenüber sein konnte.

Umso beglückender war die Partnerschaft mit Piotr Beczala in der Rolle Alfredos. Der polnische Tenor, mit seiner langsamen, kontinuierlichen Entwicklung das genaue Gegenbild zum Senkrechtstarter Villazón, steht heute auf dem Zenit seiner stimmlichen Entfaltung und verströmt eine solche Fülle an Schmelz und Glanz, dass man darüber vergisst, dass sein Gesang weit leidenschaftlicher ist als seine Darstellung. Für einen geschlossenen Gesamteindruck sorgte nebst dem motivierten Hausensemble auch der Dirigent Marco Armiliato, der das hellwache Orchester mit sensibler Hand führte und zugleich eine optimale Abstimmung mit den Sängerstimmen erzielte. – Wer das «Ereignis Netrebko» noch vor sich hat, darf sich freuen!

Anna rocked the house !!!

Auch Marcel Ospel liess sich von Anna Netrebko betören

Der heiss erwartete Gala-Auftritt des Starsoprans Anna Netrebko geriet zu einer Sternstunde für das Opernhaus. Gerade weil die Diva sich gar nicht als Diva gab.


Darauf freute sich selbst die Opernkritikerin der NZZ wie auf Weihnachten: «Noch vier Mal schlafen» rechnete sie ihren Lesern vor. Über 5200 Opernfans hatten Karten bestellt, um die russische Sopranistin Anna Netrebko zum ersten Mal im Opernhaus Zürich singen zu sehen. 3000 von ihnen gingen leer aus: Die Karten für Giuseppe Verdis «Traviata» waren vom Fleck weg ausverkauft. Gestern war die erste von drei Vorstellungen im Opernhaus. Und haben sich die Galapreise von bis zu 380 Franken pro Platz gelohnt?

Als schwindsüchtige Kurtisane Violetta Valéry war Netrebko erstaunlich undivenhaft, eher einfaches Mädchen als extravagante Lebefrau. Sie sang mit überraschender Innerlichkeit, makelloser Technik und wunderbar warmem Timbre. Die Diva feierte überhaupt nicht sich selber als Star, sondern passte sich ins Ensemble ein, gerade auch bei den Duetten mit Piotr Beczala als Alfredo. Das Publikum dankte es dem 37-jährigen Star vor der Pause mit überaus herzlichem Applaus - aber nicht mit frenetischen Beifallsstürmen und überzogenen «Bravos!». Zu sehr hatten sich die Zuschauer von Netrebko, dem Ensemble und dem Orchester unter Marco Armiliato ins Schicksal Violettas hineinziehen lassen.

Prominente im Publikum

Das Publikum war nach den Worten von Opern-Habituée Hildegard Schwaninger nicht das übliche Opernpublikum, sondern eine Mischung «aus den üblichen Premieren- und Opernball-Gästen.» Karl Scheuble, millionenschwerer Senior-Chef des Schmuckhauses Chopard und Sponsor des Abends, war aus Genf angereist und lud nach der Aufführung zum Cocktail mit Netrebko, die sonst während ihres Zürcher Aufenthalts von Opern-Intendant Alexander Pereira abgeschottet wird wie das Gold in Fort Knox (fotografieren nicht erlaubt). Unternehmer Beat Curti liess sich den Abend ausserhalb seines Abonnements nicht entgehen. Finanzdirektorin Ursula Gut belegte die Regierungsloge, aber der Stadtzürcher Polizeichef Philipp Hotzenköcherle hatte Billette in der teuersten Kategorie ergattern müssen. Und eilenden Schrittes, aber offenbar glänzend gelaunt, war Ex-UBS-Chef Marcel Ospel durch die Eingangstür marschiert.


Click here for watching a short video clip of one Traviata rehearsal with Anna and Piotr =)

Mittwoch, 22. April 2009

Translation - Part 5 (Finally the last part ^^)

Since Friday in Zürich

Netrebko is since Friday with her fiancé and her seven month old child in Zürich, on Saturday had she her first rehearsal with the opera house orchestra. She takes in Jürgen Flimm's "Traviata" staging the role of Violetta, according to custom at resumptions is the stage director himself not attendant, the production results from the assistant director. The "Traviata" performances with Netrebko in Zürich where already sold-out, before the actual advance sale started. Houndreds of orders had to be declined - despite of the for the opera house highest possible ticket prices till 380 Franken per seat. The three performances are shared over a whole week. So Netrebko would have the time for acting out the her rumored shopping passion at the Bahnhofsstrasse.

Translation - Part 4

Particularly in the german-speaking feuilleton you can read many criticism, too, however hardly about her person, but as regards her commercialisation. So wrote the FAZ recently of a "perfect opera-disney-land", that the classik-marketing strategists built around her. The NZZ meant after Netrebko's Hallenstadion performence 2005: "The phenomenon Netrebko/Villazón shows the addiction to prominence, but stands above all for the thinking in the quantity class': The higher the number, the better. This wouldn't be bad, wouldn't it affect explicit the art's existence."

Translation - Part 3

"Knows the diva-compendium bad"

That Netrebko don't want a special treat seems credent. "For somebody, who gets such a medial attention, knows Netrebko the diva-compendium pleasant bad", writes the "New York Times". "She takes despite of her powerfull personality not the whole air in a room for herself, she doesn't speak about herself in the 3rd person, if she talks about her voice, she isn't doing it in an exorbitant reverential sound. Actually she stayed astonishing on earth for a beautiful, world-famous woman." Most of the people who met her already, are talking about a totally normal, most friendly woman, but who can also react very impulsive and sometimes swear.

Translation - Part 2

The diva - a magical labelling, which delivers copious nutrition for the fantasy. And so you wonder: Which demands makes such a women, if she comes to a new house ? Does she demand an personal fitness studio like Mick Jagger ? Or perhaps a bathtub full of rose petals ? "Nothing like this", so the opera houses' answer. "Netrebko is not treated different than any other star here in the house", says spokesman Nadia Stefanizzi. There's nothing to be experienced of other opera house staff. Just this: The whole house is looking forward excitedly to the soprano's three performances, there's high potential.

Dienstag, 21. April 2009

Translation - Part 1

The diva is coming, Zürich trembles

Anna Netrebko, the biggest star of the presence, performs tomorrow for the first time at the Zürich opera. The excitement is huge - and despite you try to do, if it is a totally normale performance.

If "Maria Callas' successor, or "biggest opera star since Luciano Pavarotti", there are many terms for Anna Netrebko. Is her name anywhere named at the opera scene, there's going a light tremble through the row. Maybe cause everywhere where Netrebko stands on, the money is rolling in; maybe cause you find the hype the person suspicious. But even at the ones who think that a performance at "Wetten, dass...?" and a constantly presence in gossip magazines are incongruous with art, you feel that they are in privat a bit proud again, that the opera produced once again a big worldstar, a real diva.

More follows tomorrow. Sleep well =)
Yours,
ChristinaLuise

From Zürich with love, first impressions of La Traviata

Only still hours to count...Anna in Zürich

Latest news about Anna's debut at the Zürich opera tomorrow in the swiss magazine "Tagesanzeiger". Translation follows in the evening...

Die Diva kommt, Zürich bebt

Anna Netrebko, der grösste Opernstar der Gegenwart, tritt morgen erstmals im Zürcher Opernhaus auf. Die Aufregung ist gross – und doch versucht man zu tun, als handle es sich um eine ganz normale Vorstellung.

Ob «Nachfolgerin von Maria Callas» oder «grösster Opernstar seit Luciano Pavarotti», für Anna Netrebko gibt es viele Bezeichnungen. Wird irgendwo in der Opernszene ihr Name genannt, so geht ein leichtes Beben durch die Runde. Sei es, weil überall, wo Netrebko draufsteht, die Kassen klingeln; sei es, weil man den Rummel um die Person suspekt findet. Doch selbst bei jenen, für die ein Auftritt bei «Wetten, dass...?» und eine Dauerpräsenz in Klatschmagazinen unvereinbar mit Kunst sind, spürt man, dass sie insgeheim doch etwas stolz darauf sind, dass die Oper wieder einmal einen grossen Weltstar, eine echte Diva hervorgebracht hat.

Die Diva - eine magische Bezeichnung, die reichlich Nahrung für die Fantasie liefert. Und so fragt man sich: Was für Ansprüche stellt eine solche Frau, wenn sie an ein neues Haus kommt? Fordert sie ein eigenes Fitnessstudio wie Mick Jagger? Oder vielleicht eine Badewanne voller Rosenblüten? «Nichts davon», so die Antwort aus dem Opernhaus. «Netrebko wird nicht anders behandelt als sonst ein Star bei uns am Haus», sagt Pressesprecherin Nadia Stefanizzi. Von andern Opernhaus-Mitarbeitern ist nichts anderes zu erfahren. Nur so viel: Das ganze Haus fiebere den drei Auftritten der Sopranistin entgegen, es herrsche Hochspannung.

«Kennt Diven-Handbuch schlecht»

Dass Netrebko keine Sonderbehahndlung beansprucht, klingt glaubwürdig. «Für jemanden, der eine solche mediale Aufmerksamkeit erhält, kennt Netrebko das Diven-Handbuch wohltuend schlecht», schreibt die «New York Times». «Sie nimmt trotz ihrer kraftvollen Persönlichkeit nicht die ganze Luft eines Raumes für sich ein, sie spricht über sich selbst nicht in der dritten Person, redet sie über ihre Stimme, so tut sie dies nicht in übermässig ehrfurchtsvollem Ton. Tatsächlich ist sie für eine hübsche, weltberühmte Frau erstaunlich auf dem Boden geblieben.» Die meisten Leute, die sie schon einmal getroffen haben, sprechen von einer ganz normalen, äusserst freundlichen Frau, die aber auch sehr impulsiv reagieren und zuweilen auch fluchen kann.

Insbesondere im deutschsprachigen Feuilleton ist auch viel Kritik zu lesen, jedoch kaum zu ihrer Person, sondern bezüglich ihrer Vermarktung. So schrieb die FAZ kürzlich von einem «perfekten Opern-Disney-Land», das die Klassik-Marketingstrategen um sie konstruiert hätten. Die NZZ meinte nach dem Hallenstadion-Auftritt Netrebkos 2005: «Das Phänomen Netrebko /Villazón spricht von der Sucht nach Prominenz, steht aber vor allem für das Denken in Kategorien der Quantität: Je höher die Zahl, desto besser. Das wäre nicht weiter schlimm, beträfe es nicht das Dasein von Kunst ganz explizit.»

Seit Freitag in Zürich

Netrebko ist seit Freitag mit ihrem Mann und ihrem sieben Monate alten Kind in Zürich, am Samstag hatte sie ihre erste Probe mit dem Opernhaus-Orchester. Sie übernimmt in der «Traviata»-Inszenierung von Jürgen Flimm die Rolle der Violetta, wie üblich bei Wiederaufnahmen ist der Regisseur selber nicht anwesend, die Einstudierung erfolgt durch den Regieassistenen. Die «Traviata»-Aufführungen mit Netrebko in Zürich waren bereits ausverkauft, bevor der eigentliche Vorverkauf begonnen hatte. Hunderte von Kartenwünschen mussten abgelehnt werden - trotz den für das Opernhaus höchstmöglichen Eintrittspreisen von bis zu 380 Franken pro Platz. Die drei Auftritte sind über eine ganze Woche verteilt. Netrebko hätte also Zeit, an der Bahnhofstrasse ausgiebig ihre nachgesagte Shoppingleidenschaft auszuleben.

Sonntag, 19. April 2009

In anticipation of Netrebko

In anticipation of Netrebko
Before the "Traviata" guest play

Sleep four times ! Next wednesday it's finally the day: The first performance of the russian star soprano at the opera house. In November 2005 could she be the first time heard live in Zürich, together with the tenor Rolando Villazón. But this was something different: a mega event in the 13 000 seats spanning Hallenstadion with huge hoardings and a comprehensive interview campaign. This time it's for the art. The name Netrebko stands as small as all the others in the opera's daily insertation - understandable, cause the 2200 in the free sale available seats for the three performances on 22nd, 26th and 29th April are sold out long ago. An actuall advance sale didn't excist, explains director Alexander Pereira. Already short before the beginning of the advance-advance sale, where you can only order tickets via written order, was the opera house practically inundated with requests.

More than 3000 orders had to be declined. In comparison with "normal" performances was also the demand from abroad, especially from Germany and Austria, superior. The three performances appear in the price range 1 (gala), the most expensive seats cost 380 Franken. But "Of course" Anna Netrebko doesn't get more than the effective maximum fee, so that a respectable gain should result of out of this for the opera house.

And how are the artistic preparations for such a guest performance going on ? Planned was it already a time ago, and from the begin was Verdi's "Traviata" chosen, that act, in which Anna Netrebko caused a forore in Salzburg 2005. As well was concerted since the begin that Piotr Beczala will sing the tenor role of Alfredo Germont (Both performed repeatedly in "La Traviata", recently also in "Lucia di Lammermoor" at the New York's Met, as Beczala replaced the ill Villazón.) Anna Netrebko familiarized herself with Jürgen Flimm's staging firstly on the basis of the existing DVD-recording. Now will she seatle in the production in at least three play rehearsals and one stage-orchestra-rehearsal. The costumes will not differ from the original ones, but they are new manufactured especial on her bulk.

Opera fans are persevering and so it wouldn't be surprising if there will be long queues in front of the cash boxes on wednesday. Is there at least just a minimal chance that tickets get short-term available ? "No, unfortunately not", is Pereira's answer. But who wants to hear and see La Netrebko once live at the opera house have despite not to abandon hope, cause according to Pereira there exist plans for further performances at the opera house. And also this is betrayed: In the next season you can also experience Rolando Villazón here.